Schwalbenfreundliches Haus

NABU zeichnet ersten schwalbenfreundlichen Hausbesitzer in der Wetterau aus!

Jetzt die Glücksbringer und Sommerboten am eigenen Haus willkommen heißen!

 

Noch kennen wir sie vor allem als Flugkünstler und Sommerboten: Schwalben. Doch in Deutschland gibt es sie immer seltener. Mit der Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ will der NABU diesem Trend entgegenwirken und zeichnet ab sofort bundesweit Menschen aus, die an ihren Häusern die gefiederten Glücksbringer willkommen heißen.

 

Auch Angelika und Manhold Balzer aus Weckesheim haben seit 13 Jahren Schwalbennester am Haus und unterstützen die Tiere zusätzlich durch das Aufhängen künstlicher Nester. „Die Vögel waren ganz schlau“, bemerkt Manhold Balzer, aufgrund des glatten Fassadenputzes hätten die Schwalben einfach ihr Nest auf einen Bewegungsmelder aufgebaut. Gut abgestützt kann das kunstvoll „getöpferte“ Schwalbennest nun nicht abstürzen. Um den Nestbau weiteren Schwalbenpärchen zu erleichtern, haben die Balzers künstliche Nester aufgehängt.

 

Das Ehepaar ist fasziniert von den Flugkünsten der Tiere und beobachtet regelmäßig, wie die Vogeleltern das Futter ins Nest eintragen. Über den Nestbau an ihrem Haus haben sich die Balzers von Anfang an gefreut. „Für mich sind Schwalben echte Glücksbringer“, betont Angelika Balzer und das Glück wolle sie nie wieder des Hauses verweisen. Einen weiteren persönlichen Bezug führen die Balzers zu den Schwalben auf: Ihre Enkelin sei in der „Schwalbengruppe“ des Kindergartens Weckesheim quasi mit den Tieren groß geworden.

 

Dieses besondere Engagement für die Schwalben hat der NABU Wetterau jetzt mit einer entsprechenden Auszeichnung gewürdigt. Die Balzers sind die ersten im Wetteraukreis, die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ von den Naturschützern überreicht bekamen.

 

Jedes Jahr im April und Mai kehren Mehl- und Rauchschwalbe aus ihren afrikanischen Überwinterungsgebieten zu uns zurück, um in unseren Dörfern und Städten zu brüten. Mit ihrem fröhlichen Gesang kündigen sie den baldigen Sommer an. „Wo Schwalben am Haus wohnen, geht das Glück nicht verloren“, heißt es in einem alten deutschen Sprichwort.

 

Doch so zahlreich wie früher sind die Schwalben nicht mehr. „Ihre Zahl geht seit vielen Jahren zurück, auch hier in der Wetterau. Eine der Hauptursachen ist der Verlust an Plätzen, an denen sie brüten können. Außerdem werden auch ihre Nahrungsgrundlagen, die Fluginsekten, knapp“, sagt Andreas Sievernich, Vorsitzender des NABU Wetterau.

 

In unseren Städten verschwinden außerdem zusehends Nester durch unbedachte Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden. Häufig werden die Nester leider auch illegal beseitigt – und das, obwohl Schwalben streng geschützt sind und das Zerstören ihrer Brutstätten unter Strafe steht.

 

Gleichzeitig wird unsere Landwirtschaft immer stärker intensiviert. Höfe und Betriebe unterliegen heute strengeren Hygieneanforderungen als früher. Moderne Viehställe und Scheunen sind deshalb oft verschlossen und bieten Schwalben keine Einflugmöglichkeiten mehr. Feldwege, Einfahrten und Dorfplätze werden immer öfter zubetoniert, sodass unsere Glücksbringer weniger Pfützen und den daraus benötigten Lehm für ihren Nestbau finden. Zudem gibt es durch Monokulturen auf dem Acker, den Rückgang der Weidewirtschaft und den Einsatz von Pestiziden immer weniger fliegende Insekten.

 

Mit der Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ möchte der NABU Wetterau dazu beitragen, die Akzeptanz für Schwalben und ihre Nester in der Nähe des Menschen zu erhöhen sowie bestehende Brutplätze zu erhalten und neue zu schaffen. „Jeder kann mit einfachen Mitteln Schwalben an seinem Haus willkommen heißen: mit Nestgrundlagen wie Rauputzstreifen oder Brettchen, Kunstnestern und einer Lehmpfütze im Garten“, erklärt Frank Uwe Pfuhl vom NABU Wetterau.

 

Menschen, die sich für Schwalben engagieren und an ihren Häusern willkommen heißen, werden vom NABU deshalb mit der Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ ausgezeichnet. Bewerben können sich Hausbesitzer, die das Brutgeschehen der wendigen Flugkünstler und Sommerboten dulden und fördern, ganz gleich, ob es sich bei dem Gebäude um ein Wohnhaus, Geschäft, Bauernhof oder Fabrikgebäude handelt. 

 

Weitere Informationen und Bewerbungsformular zum „Schwalbenfreundlichen Haus“

 

Kostenfreie Pressebilder

Für Rückfragen:

Frank Uwe Pfuhl, NABU Wetterau, 06034-8784